BDEW-Chefin Kerstin Andreae zum Ladeinfrastrukturgipfel: „Ladeinfrastruktur bedarfsgerecht und wirtschaftlich ausbauen“

Symbolbild Ladesäule / Strom-Tankstelle - Quelle: Pixabay

Branche verdoppelt Anzahl der öffentlichen Schnellladesäulen +++ Für schnellen Ausbau der Ladeinfrastruktur müssen die regulatorischen Rahmenbedingungen stabil sein +++ Alle Akteure entlang der gesamten Prozesskette müssen Hand in Hand arbeiten +++ BDEW fordert Konzertierte Aktion Elektromobilität der Spitzenverbände

Berlin (pm). Auf dem gestrigen Ladeinfrastrukturgipfel diskutieren Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer mit der Energiewirtschaft, wie der weitere Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge gelingen kann. Hierzu erklärt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung:

„Die Energiewirtschaft ist ein starker Partner beim Hochlauf der E-Mobilität. Neben den leistungsfähigen Netzen und zunehmend erneuerbarem Strom haben wir mit über 33.000 Ladepunkten den Aufbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur und der dazugehörigen Serviceleistungen in den letzten Jahren massiv vorangetrieben. Entsprechend können wir ein Jahr nach Verabschiedung des „Masterplans Ladeinfrastruktur“ auch hier eine positive Bilanz ziehen: Die Energiewirtschaft hat ihre Ziele erreicht. Trotz erschwerter Bedingungen durch die Corona-Pandemie werden wir die öffentlichen Schnellladepunkte auf 3.600 Ladepunkte bis Ende 2020 verdoppeln.

Unsere Branche kann und will auch weiterhin in diesem Bereich kräftig investieren. Erfolgsentscheidend ist dabei, dass die Ladeinfrastruktur in den kommenden Jahren bedarfsgerecht und wirtschaftlich nachhaltig ausgebaut wird. Ein marktwirtschaftlicher, am Bedarf des Kunden und der Fahrzeuge ausgerichteter Ausbaupfad senkt die Wahrscheinlichkeit von Fehlinvestitionen und schafft so den sinnvollen Aufbau einer nachhaltig genutzten öffentlichen Ladeinfrastruktur.

Von einem wirtschaftlichen Betrieb der öffentlichen Ladeinfrastruktur sind wir aber noch deutlich entfernt: So wären für eine wirtschaftliche Auslastung der 33.000 Ladepunkte rund 550.000 vollelektrische Fahrzeuge notwendig – es gibt aktuell aber nur rund 268.000 rein batterieelektrische Fahrzeuge in Deutschland.

Der Hochlauf der Elektromobilität wird ein Kraftakt, der die Unterstützung aller Akteure braucht. Es ist Zeit für einen Elektromobilitätsgipfel, der die Branchen Energie, Automobil, Wohnungswirtschaft, Einzelhandel, aber auch die Kommunen an einen Tisch holt. In einer Konzertierten Aktion Elektro-Mobilität – KEM – müssen alle relevanten Spitzenverbände eingebunden werden. Damit könnten wir einen kraftvollen und engagierten gemeinsamen Schritt nach vorne machen.

Während die öffentliche Ladeinfrastruktur bis zu 20 Prozent der Ladevorgänge abdeckt, finden über 80 Prozent im privaten Bereich statt. Deshalb sind die Verabschiedung des Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetzes (WEMoG) und die staatliche Förderung privater Ladestationen entscheidende Meilensteine für den Hochlauf der Elektromobilität. Hier hat die Politik geliefert. Wir freuen uns, dass die Bundesregierung auch die Netzintegration der Elektromobilität und den aktuellen Arbeiten zum §14a des Energiewirtschaftsgesetzes unterstützt. Wir wünschen uns, dass sie beim Gesetz zum Aufbau einer gebäudeintegrierten Lade- und Leitungsinfrastruktur für die Elektromobilität (GEIG) ebenso beherzt handelt und damit eine weitere wichtige Weichenstellung für den künftigen bedarfsgerechten Ausbau der Ladeinfrastruktur im privaten Bereich vornimmt.“

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