Neues Jahr aber altes Problem – vielen Anwohnern stinkt es gewaltig

Die Feuerwehr Hannover nahm Kontrollmessungen vor. © Carl-Marcus Müller

Ammoniakdämpfe rund um den Brinker Hafen belästigen Anwohner schon viele Jahre

Langenhagen. Je nach Witterung treten sie auf, die beißenden Gerüche rund um den Brinker Hafen. Hierbei handelt es sich um Ammoniakdämpfe, die bei der Aluminiumaufbereitung von der Firma BEFESA Salzschlacke GmbH ausgehen.

Gerade auch in den letzten Tagen konnte man diese wieder verstärkt wahrnehmen und in den sozialen Medien waren wieder sehr viele Beschwerden darüber zu lesen.

Warum tut sich nichts ?

Wenn man im Internet recherchiert so stellt man fest: Diese Geruchsbelästigung durch immer wieder auftretende Ammoniakdämpfe gibt es seit mehr als 5 Jahren in den Bereichen Brink Hafen, Teilen von Vinnhorst und auch in Wiesenau. Die Meldungen ziehen sich wie ein roter Faden durch die vergangenen Jahre.

Selbst aus dem etwas weiter entfernten Godshorn gab es diesbezüglich schon Beschwerden, die sogar auch schon Feuerwehreinsätze wegen vermeintlich auftretendem „Gasgeruch“ zur Folge hatten.

Immer wieder Kontrollmessungen nach Beschwerden

Zumindest aber wurden die aktuellen Beschwerden wieder ernst genommen. Die Feuerwehr Hannover hat, auf Anforderung, auch am heutigen Samstag vor Ort Messungen der Ammoniak-Konzentration in der Luft vorgenommen. Dabei haben wir erfahren, dass es auch in der Vergangenheit, nach verstärkten Beschwerden, immer wieder entsprechende Kontrollmessungen gab.

Wir hatten hier die Möglichkeit einen Blick auf eine Kontrollmessung zu werfen und konnten erkennen, dass die gemessenen Werte heute allerdings unterhalb der für Arbeitsplätze festgelegten Grenzwerte lagen, dies trotz eines deutlich wahrnehmbaren stechenden Geruchs in der Luft.

Langenhagens Bürgermeister Mirko Heuer hakt nach

Mittlerweile sind augenscheinlich viele Behörden und weitere Gremien in diesem Thema involviert, nur für die Bürger hat sich bislang immer noch keine wirkliche Verbesserung der eigentlichen Situation ergeben.

Wie Langenhagens Bürgermeister Mirko Heuer in einem uns vorliegenden Schreiben vom 20.12.2020 bestätigt gab es in der Vergangenheit Gesprächskreise mit Betroffenen, den Verursachern und den entsprechend beteiligten Behördenvertreter*innen der Landeshauptstadt Hannover und der Gewerbeaufsicht.

In einem Termin wurde dabei, Zitat:“…. eine maximal schnelle Lösung des Problems durch Bau einer Einhausung, einer Absaugung und einer Gasreinigung bis spätestens Ende 2020 durch den Bau einer neuen Luftreinigungsanlage versprochen.“, Zitat Ende.

In dem besagten Schreiben, welches an die Firma BEFESA, das staatliche Gewerbeaufsichtsamt und an den Bürgermeister der Stadt Hannover, Belit Onay, ging, fordert Langenhagens Bürgermeister nun eindringlich dazu auf, eine detaillierte Stellungnahme abzugeben, wie der aktuelle Sachstand in dieser Angelegenheit sei.

Und nicht nur das, er fragt auch nach ob eine Kommunikation an die Betroffenen den zuständigen Stellen nicht notwendig erscheine und die Belastung der Bürger*innen im Auswirkungsbereich für die Verantwortlichen unwichtig sei.

Hierbei weist er in dem besagten Schreiben auch darauf hin, dass er sich auf „eine transparente Beantwortung“ seiner Fragen freue und diese dann auch gern an die den Bürger*innen Langenhagens weiter geben würde.

Bislang jedoch, sicherlich bedingt durch die Feiertage, gab es noch keinerlei Reaktion auf seine Anfrage.

1 KOMMENTAR

  1. Was mir dabei fehlt, ist die Frage danach, warum der Bürgermeister Heuer komischerweise jetzt vor Weihnachten 2020, also 14 Monate nach dem letzten Gespräch mit den Verantwortlichen, mit einem offenen Brief reagiert.
    Warum hat die Presse da nicht mal nachgehakt? Richtig, dann hätte man nämlich auch das Missmanagement des Bürgermeisters bemängeln müssen, der jetzt nur deswegen reagiert, weil die Beschwerden wieder mehr werden. Und da ja im September diesen Jahres auch Bürgermeisterwahlen sind, muss er versuchen jetzt Engagement zu zeigen, was er die letzten 14 Monate eben nicht gemacht hat. Schade dass die Presse nicht auch mal kritisch hinterfragt, sondern Bürgermeister freundlich Wahlkampfhilfe betreibt.

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