Obstbaumpflege in der Försterei Kirchwehren

Kerstin Geier, Naturschutzförsterin der Landesforsten - © Niedersächsische Landesforsten

Haste/Fuhrberg (pm). Eine bunte Mischung alter und moderner Obstsorten ist auf den Flächen der Niedersächsischen Landesforsten zu finden. Diese zu erhalten und zu pflegen ist angewandter Naturschutz, denn die Artenvielfalt ist an solchen Bäumen sehr hoch. Deshalb verpassten die Landesforsten den Obstbäumen auf den Streuobstwiesen in der Försterei Kirchwehren im Forstamt Fuhrberg, Anfang Dezember, einen neuen Schnitt. Der Obstbaumschnitt sorgt für die Gesunderhaltung der Bäume. Krankheitserreger, Parasiten und Äste die keine Blüten mehr tragen, können durch diesen Schnitt entfernt werden und schaffen dadurch Platz für gesunde Äste mit Blüten und somit für üppig gefüllte Obstbäume ab Spätsommer. Neben dem Obstbaumschnitt sind umgestürzte oder zu kranke Bäume auf den etwa 30 Jahre alten Streuobstflächen bei Haste durch insgesamt 14 neue Obstbäume ersetzt worden.

Streuobstwiesen sind ein kulturhistorisches Gut, sie waren in der Vergangenheit Lieferant für Obst in den Dörfern. Darüber hinaus lieferten diese Wiesen auch Heu für das Vieh. Die vielen Blüten im Frühjahr locken Insekten jeglicher Art an und bilden so einen Lebensraum, der auch die Insektenjäger dorthin lockt. Honigbienen, der Admiral, Steinkauz, Wendehals, Fledermäuse und auch das heimische Wild profitieren sehr von dem Nahrungsangebot der Streuobstwiesen. Diese Wiesen zu pflegen, bedeutet einen artenreichen Lebensraum zu erhalten.

Auch der Blick auf die Vegetation zeigt, dass die Streuobstwiesen sehr artenreich aufgestellt sind. Der Randbereich der Streuobstwiesen zeigt buschige Pflanzen wie Feldulmen, Weiden, Pfaffenhütchen und Haselnuss. Kleine Eichen, welche aus dem angrenzenden alten Eichenwald stammen, haben sich hier ebenfalls angesiedelt. Die Wiesen selbst sind vergleichsweise spärlich bestückt. Nur etwa alle 10m steht ein Obstbaum. So wird gewährleistet, dass jeder einzelne Baum genügend Licht bekommt, um eine üppige Krone auszubilden, denn je größer die Krone ist, desto mehr Obst wird entstehen. Ob Gellters Butterbirne, Roter Eiserapfel, Mispel oder die Williams Christbirne, welche vermutlich das bekannteste Mitglied der Baumgemeinschaft auf der Wiese ist, alle werden bei guter Pflege Früchte tragen und etliche Arten anlocken.

„Der Obstbaumschnitt hat hier in den letzten Tagen stattgefunden und sorgt dafür, dass die Bäume auch im nächsten Jahr wieder reichlich Früchte tragen“ erklärt Kerstin Geier, Naturschutzförsterin der Landesforsten, an einem Apfelbaum, dessen angenagte Früchte am Boden liegen. Kerstin Geier ist dafür mit einer Leiter an den, höchstens, 10 m hohen Bäumen aufgestiegen und hat die toten und kranken Äste aus den Kronen der Bäume geschnitten. Um ein schnelles überwallen der Schnittflächen zu gewährleisten, schnitt Geier die Äste glatt an ihrer Basis ab.

„Der Baum wird die Schnittflächen überwachsen und sicherlich wird sich auch auf diese Weise einmal eine Baumhöhle bilden, welche wiederum als Brutstätte für den Steinkauz oder andere Vögel dienen kann. Doch noch sind die Bäume zu jung und zu schlank, als dass sie diesen Platz bieten können“ erklärt Kerstin Geier. Sie wird die Bäume auch zukünftig weiter betreuen und regelmäßig pflegen.

Einige wenige Bäume liegen auf der Seite und sind abgestorben, „Der Boden ist hier zu nass, was den Bäumen zum Verhängnis geworden ist. Wir haben sie durch neue Obstbäume ersetzt, welche die Feuchtigkeit im Boden gut aushalten können.“ Die neuen Obstbäume, knappe 2m hoch, sind mit zwei Holzpfählen und einem Kokosstrick gesichert, damit sie einen optimalen Start haben und nicht beim nächsten Wind umgeblasen werden.

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